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Der ökumenische Mittagstisch für Alleinstehende – lecker für Leib und Seele

Christine ZieseckeSalzkartoffeln, Schnitzel, Rosenkohl, danach Vanilleeis mit roter Grütze – kein Wunder, das bereits wieder fünf „Neue“ zum ökumenischen Essen für Alleinstehende dazugekommen sind
Salzkartoffeln, Schnitzel, Rosenkohl, danach Vanilleeis mit roter Grütze – kein Wunder, das bereits wieder fünf „Neue“ zum ökumenischen Essen für Alleinstehende dazugekommen sind
Christine ZieseckeEin mehrgängiges Mittagessen für rund 35 Menschen – in der schmalen Küche des Gemeindezentrums St. Gallus eine wahre Herausforderung
Ein mehrgängiges Mittagessen für rund 35 Menschen – in der schmalen Küche des Gemeindezentrums St. Gallus eine wahre Herausforderung

In Rödermark muss man nicht allein sein – egal ob im Alter oder durch familiäre Umstände erzwungen. Die Stadt sorgt auf vielen Ebenen für ihre Bürger. Hier gibt es ein Netzwerk, dem man sich nur öffnen muss – das allerdings ist für Alleinstehende oft das große Problem: wo und wie kann ich am Leben in Gemeinschaft teilnehmen?
Eine der zahlreichen Möglichkeiten ist seit rund 20 Jahren alle zwei Wochen montags das Mittagessen für Ältere und Alleinstehende – für Alt und Jung, Männer wie Frauen, und ökumenisch allemal.
Wenn es im Gemeindezentrum von St. Gallus an einem normalen Montag Mittag ganz lecker duftet und rund 30 Menschen – überwiegend Frauen - erwartungsvoll gemeinsam ein kurzes Tischgebet sprechen, ehe die dampfenden Schüsseln und Teller auf den Tisch kommen, dann ist der gemeinsame Mittagstisch für Ältere und Alleinstehende angesagt. Ein ökumenisches Team der Gallus- und der Petrusgemeinde sorgt sich dann um das Wohl der Gäste, die zu Fuß, mit dem Stock, dem Rollator oder dem Rollstuhl kommen oder sich vom Fahrdienst abholen lassen – früh genug, damit sie auch die besten Plätze bekommen, auch wenn an diesem Mittag niemand zu kurz kommt.
Seit über 20 Jahren kochen insgesamt acht Frauen und mit Heinz Schultheis auch ein Hobbykoch alle zwei Wochen, aufgeteilt in zwei Teams, damit jeder nur einmal im Monat Dienst hat. Für sie alle gibt es strenge Auflagen: natürlich mussten sie sich einer Gesundheitsuntersuchung unterziehen, ehe sie auf die Küche losgelassen wurden; sie müssen auch generell eine gut beschriftete Probe jedes verteilten Essens als Beweis einfrieren, dass sie einwandfreie Speisen ausgegeben haben. Und sie haben zahlreiche Auflagen fürs Kochen: so sind lackierte Fingernägel verboten – blitzblank und sauber versteht sich von selbst.
Und die fleißigen Heinzelmänner und -frauen kochen nicht nur – sie bereiten Tische und Dekoration vor und sorgen sich auch mal, wenn jemand fehlt. Sie finden die richtigen Begrüßungsworte und sie bringen die Gäste mit einem kurzen Tischgebet zum Innehalten im lautstarken Begrüßungsgespräch und zum gemeinsamen Anfang. Im Saal ist reichlich Platz für die meist gleichen Gäste; eng dagegen ists in der Küche: hier geht’s sehr „hautnah“ zu, erst recht, wenn die Köchinnen und der Koch auch noch dampfende Töpfe in der Hand haben – dann wirds geradezu gefährlich. Schnitzel, Salzkartoffeln und Rosenkohl, danach Vanilleeis mit roter Grütze und Waffelröllchen – kein Wunder, dass die Zahl der Gäste nach mehreren Verlusten gerade erst wieder um fünf hungrige Neueinsteiger gewachsen ist.

Alles, was möglich ist, hat das Team schon zuhause vorbereitet; das Essen klappt reibungslos und mit viel anerkennendem Lob.  Und nach dem Dessert stehen auch noch Kannen voll Kaffee bereit. Zum Dank bekommt das Team meist an Weihnachten Röschen und einen Gutschein von den Gästen – „und mit dem tun Sie sich selber mal was Gutes und gehen essen!“ Die Mittagsgäste wissen sehr wohl, was ihnen von diesen Helfern serviert wird: nicht nur die Speise, sondern vor allem auch das Miteinander bei einem geselligen Mahl zwischen anderen netten Menschen. Das hat sich auch längst bis zum Ehrenamtsbüro herumgesprochen: im vorletzten Jahr wurde der ökumenische Helferkreis bei der Matinee des Ehrenamtes mit Ehrenurkunden der Stadt Rödermark als Dankeschön für sein Engagement geehrt.

Weitere Informationen gibt es unter 06074-70284 bei Helga Müller. Um Anmeldung wird gebeten. Die Möglichkeit eines Fahrdienstes besteht.

Christine Ziesecke

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