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Jesus Christus spricht: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

Geistliches Wort zur Jahreslosung 2022
Gottes Türen stehen offen

von Dekan Steffen Held, Evangelisches Dekanat Dreieich-Rodgau

„Wumms“ – die Tür ist zu und ich stehe draußen. Na, vielen Dank, so fühlt sich das also an. „Sie passen nicht zu unserem Unternehmen, der Nächste bitte“, klingen die Worte nach.

Schmerzlich und verletzend kann es sein, abgewiesen zu werden. Im Beruf oder der Clique, im Privaten wie im gesellschaftlichen Leben.

Immer wieder machen Menschen solche Erfahrungen, ob als Kinder, Jugendliche oder Erwachsene: Sie werden abgewiesen, oder weisen vielleicht selbst andere ab.

Wer dies einmal erlebt hat, weiß, wie es sich anfühlt: Nicht gewollt zu sein, ausgelacht, weggeschickt zu werden. Das tut weh und kratzt an unserem Selbstbewusstsein.

Für viele Menschen auf dieser Welt geht es dabei nicht allein um ihr Selbstbewusstsein, sondern um ihr ganzes Sein. Da sind Menschen in Ängsten und Sorgen, auf der Flucht oder in Krankheit, und statt Annahme und Aufnahme erleben sie oftmals Abweisung oder ein „Dafür sind andere zuständig“.

Wie tröstlich und einladend klingen da hingegen die klaren Worte der Jahreslosung: "Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ (Joh 6,37)

Jesus ist in diese Welt gekommen. Gott hat den ersten Schritt getan und begegnet uns mit Offenheit. Er ist da, für uns. Wir dürfen zu ihm kommen.

In Jesus Christus ist Gott selbst Mensch geworden. Gott ist nahbar und erfahrbar, wir können ihm begegnen, von Angesicht zu Angesicht.

So manche Zeichen und Wunder sind bereits geschehen, als Johannes im sechsten Kapitel seines Evangeliums in der so genannten Brotrede diese Worte Jesu zitiert: Menschen werden geheilt, Menschen werden satt. Dies spricht sich rum, und immer mehr fragen nach dem, der da Zeichen und Wunder tut, und interessieren sich für ihn und sein Wirken.

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen“, spricht Jesus.

Diese Worte, sie gelten allen Menschen, gleich welcher Herkunft oder Orientierung. Menschen in Ängsten und Sorgen, in Sicherheit und auf der Flucht, in Fragen und Zweifeln, in Glauben und Hoffnung - den Armen und Reichen, den Mächtigen und den Ohnmächtigen.

Diese Worte drücken für mich eine große Offenheit aus. Gottes Tür steht mir offen, er weist mich nicht ab. Ich muss keine Angst haben, bei ihm anzuklopfen. Ich muss mich nicht sorgen, was mich wohl hinter der Tür erwarten wird.

Jesus ist für uns da, er lädt uns ein. Er wird uns nicht abweisen, oder, wie es in der Lutherübersetzung heißt, „nicht hinausstoßen“.

Ich darf mich getrost auf den Weg zu ihm machen, um ihm zu begegnen und seine Wunder erleben zu können.

Für mich ist dies eine wunderbare Verheißung in einer Welt, in der es mehr verschlossene als offene Türen zu geben scheint.

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

Ich wünsche uns viele offene Türen, auf welcher Seite wir auch immer stehen mögen, und dabei stets gute und segensreiche Begegnungen.

Möge Gottes Segen uns begleiten und möge unser Glaube uns tragen auch in schwierigen Zeiten, im Vertrauen auf Gottes Beistand und Geleit.

Bleiben Sie Gott befohlen!

Pfr. Steffen Held, Dekan im Evangelischen Dekanat Dreieich-Rodgau

 

 

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