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Reformationskonzert

Reformationskonzert des Urberacher Posaunenchors zugunsten der Flutopfer

Lang anhaltenden Beifall spendeten zu Zuhörer dem Posaunenchor Urberach, der mit seinem Reformationskonzert um Spenden für die Flutopfer bat

Lang anhaltenden Beifall spendeten zu Zuhörer dem Posaunenchor Urberach, der mit seinem Reformationskonzert um Spenden für die Flutopfer bat

Das Reformationsfest ist auch nach 500 Jahren nicht verblasst, sondern aussagekräftiger denn je. Alljährlich weist darauf das Reformationskonzert des Urberacher Posaunenchores hin, das – sonst in der Petruskirche – in diesem Jahr platztechnisch bedingt in der Galluskirche stattfand, in der anschließend auch die ökumenische Reformationsandacht gefeiert wurde.

Fünf junge Bläser, die sich teilweise erst vor kurzem beim Landes-Jugendposaunentag in Urberach ausgezeichnet hatten, zeigten anfangs allein und gemeinsam mit dem elfköpfigen großen Chor ihr Können. Pfarrer Oliver Mattes erinnerte an die Reformation und daran, was viele Menschen und auch den Chor bedrückt: „Gerade die Ereignisse im letzten Sommer im Rheingebiet riefen in den Musikerinnen und Musikern den Wunsch hervor, hier zu helfen. Darum gehen die eingehende Spenden an die Flutopfer.“ Er selbst erinnerte zwischen den Musikstücken an den Überlebenskampf der Menschen in den Flutgebieten und schlug den Bogen zurück zur Reformation.

Durch das Konzert führte auch diesmal der Trompeter Christian Rabeling die Zuhörer in der recht gut besetzten Galluskirche. Gewohnt zurückhaltend, aber mit offenen Augen für alle seine Musiker und mit sicherer Bewegung dirigierte Michael Hitzel den Bläserchor, der die Zuhörer musikalisch durch mehrere Jahrhunderte und verschiedene Gattungen der Bläserliteratur führte. Den Nachwuchs begleitete er teilweise selbst an der Trompete. Vom Rokoko bis in dieses Jahrhundert reichten die sehr unterschiedlich geprägten Stücke, in denen es mal auf Rhythmus, mal auf Pausen, mal auf Melodisches ankam und fast jazzartig Beschwingtes bis zu Getragenem erklang. Von der „Rokoko Suite“ von Oskar Böhme mit ihren vier abwechslungsreichen Sätzen bis zu dem von Ulrich Nehls für einen Kirchentag bearbeiteten Choral von Johann Sebastian Bach „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ bekamen die spürbar begeisterten Zuhörer ein breites Spektrum auch an Werken, die sonst nicht unbedingt im Repertoire des Posaunenchores liegen, so etwa dem „Grand Coeur“ von Alexandre Guilmant, mit dem das Konzert eröffnet wurde.

Aufgrund einer Erkrankung des Chorleiters Michael Hitzel vor dem Auftritt war Landesposaunenwart Frank Vogel als Dirigent eingesprungen. Nachdem der Trompeter Hitzel aber rechtzeitig wieder gesund wurde, ließ es sich Frank Vogel nicht nehmen, das Orchester beim Konzert als Posaunist zu unterstützen. Dafür bekam er besonderen Applaus und wurde von Pfarrer Oliver Mattes auch zur traditionellen Mett-Party nach dem gelungenen Auftritt eingeladen. Mit einem beschwingten „Have a Good Time“ wurden die durchaus spendenfreudigen Besucher in den Reformationstags-Abend entlassen.

Christine Ziesecke


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