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Luther 2017

Zwischen Strohballen und Schwedenfackeln: Schlemmen wie einst Käthchen und Martin

stilechte Tisch-Dekoration

stilechte Tisch-Dekoration

Männerkochteam der Petrusgemeinde servierte sieben köstliche zeitgenössische Gänge.

 

Käthe’s Laibbrot, Supp’ von der Dolde, gezupftes Blattwerk mit gebratenen Hofschranzen (was übrigens Wachteln sind), Kreefisch vom Flößer auf getunktem Süßgras, Taler vom Jungrind mit aale Krumbern (keine Kartoffeln, denn die gabs noch nicht, sondern „Krumme Rüben“), danach Früchte vom Wegesrand mit Stockei und Rosenpudding – und das alles nicht im Vier-Sterne-Hotel in der weiten Welt, sondern im Gemeindehaus der Petrusgemeinde in Urberach. Schmausen wie zu Luthers Zeiten eben! Im Luther-Jubiläumsjahr hat sich der 13-köpfige Männerkochclub der Petrusgemeinde unter der Leitung von Ralf Brößler etwas ganz Besonderes ausgedacht. Sieben Gänge ausschließlich mit Zutaten, wie es sie schon zu Zeiten der Reformation gab, darum herum ein mittelalterliches Ambiente mit jonglierenden Gauklern, wandernden Malern, Posaunenbläsern, singenden Hofdamen und das alles zwischen Strohballen und Schwedenfackeln – ein erlesener Abend rund um Martin Luther und sein Käthchen, ihre weithin bekannte deftige Küche und seine ebenso weltbekannten Tischreden, die natürlich auch ihren Platz hatten im Galadiner. Zwischen den Gängen erfreute Marcella Hagenauer mit ihrer Gitarre und mittelalterlichem Liedgut die Gäste ebenso wie Horst-Peter Knapp im selbst genähten Wams mit Pinseln und Säckeln als hinter der Kanzel stehender Matthias Grünewald „zu Ascheberg“ alias Mattes, der Maler, ein Zeitzeuge Luthers, der in wohl gereimten Versen von den Schwierigkeiten jener Zeit erzählte. Und das alles zwischen dem frisch gezapften Begrüßungsbier, den sieben köstlichen Gängen im stilecht gedeckten Speisesaal und den unaufdringlich und gut informiert bedienenden Männerkochteam einschließlich Pfarrer Oliver Mattes samt dem weiblichen „Serviceteam“. Pfarrerin Sonja Mattes konnte sehr stolz auf diese Truppe sein, die von den ersten historischen Nachforschungen durch Ralf Brößler bis zum spätabendlichen Rosenpudding einen gelungenen Abend präsentiert hat.

Christine Ziesecke

 


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